Schottische Gälen in den Niederungen der Wetterau im August/September 1762

Konzertlesung bei den Keltenfreunden mit Axel Köhler und dem Duo „The Rebel’s Menuet“

 

Nach dem großartigen Erfolg der ersten Konzertlesung im vergangen Jahr mit Paddy Schmidt, der sein Buch „Mit der Harley zum, Nordkap“ vorstellte, veranstalten die Keltenfreunde zu Beginn des neuen Jahres, nämlich am Donnerstag den 23. Januar ab 19:30 Uhr im Dorftreff in Griedel wieder eine Konzertlesung; diesesmal jedoch zu einem komplett anderem Thema:

 

Am 30. August 1762 fand zu Nauheim, damals noch nicht „Bad“, die Schlacht am Johannisberg zwischen den Franzosen als Verbündeten Habsburgs, und dem alliierten Heere Ferdinands von Braunschweig (Britannien-Hannover / Hessen-Kassel / Preußen) statt und endete für letzteres Heer in einer Niederlage – der Letzten übrigens, vor dem entscheidenden Sieg an der Brücker Mühle bei Amöneburg nur drei Wochen später. Dieser Sieg beendete dann die Kampfhandlungen des Sieebenjährigen Krieges in Deutschland, Indien und Nordamerika und sorgte dafür, dass Britannien den Großteil der französischen Überseekolonien bescheren sollte. Was das mit schottischen Gälen, in zeitgenössischen deutschen Berichten „Bergschotten“ genannt, zu tun haben soll? Ganz einfach: Seit Herbst 1759 dienten im alliierten Heere die Männer des 87. schottischen Hochlandinfanterieregiments. Nach der erwähnten Schlacht am Johannisberge wurden diese Regimenter, die kurz zuvor noch im Vogelsberg bei Schotten lagerten, in der Wetterau zu Patrouillendiensten eingesetzt.

Und genau zu diesem Thema hat Axel Köhler bereits 2012 ein Buch veröffentlicht mit dem Titel „From Breadalbane to Brucker Muhl: Scottish Highland Soldiers in Hesse 1759-62.“

Und nun endlich liegt dieses Werk auch in Deutscher Spache, mit dem Titel „Von Breadalbane zur Brücker Mühle Schottische Hochlandsoldaten in Hessen 1759 – 62“ vor.

Köhler, geboren 1973 in Gießen, richtet in diesem penibel recherchierten Buch ein Schlaglicht auf einen scheinbar kleinen Aspekt des Siebenjährigen Krieges, welcher jedoch wie kaum ein anderer geeignet ist, die Verflechtung der Geschehnisse in Hessen mit denen in Amerika und Indien zu verdeutlichen:

Die Präsenz gälischer Söldner in vielen beteiligten Streitkräften, vor allem in den Britischen.

 

Die Auswahl genau dieses Themas liegt in Köhlers Qualifikation begründet:

Er ist „Master of Philosophy“ der Keltischen Philologie, erworben an den schottischen Universitäten Aberdeen und Edinburgh.

 

Axel Köhler nimmt uns in seinem neuen Buch mit auf die Reise der britischen Highland-Regimenter „Keith“ und „Campbell“, von deren Aufstellung in Schottland 1759 bis zu ihrem letzten Einsatz bei der Schlacht an der Brücker Mühle 1762, und er beschreibt u. A. den Einsatz der (Hochland-)Schotten in der französischen Armee an der Elisabethmühle in Marburg im Februar 1761.

 

Unterhaltsam begleitet wird der Abend vom Duo „The Rebel’s Menuet“, das sich auf die schottische Musik des 18. Jahrhunderts spezialisiert hat.

Dahinter stecken Johanna Wildhack und Quest, die beide auch den Kern der Scottish-Folk-Band „QuestWind“ bilden.

Die beiden Musiker umrahmen den Vortrag mit ihrem Programm „Over the Hills and Far Away“:

Darin schlüpft Dudelsackpfeifer, Flötist und Musikforscher Quest in die Rolle eines fiktiven Weggefährten von bekannten historischen schottischen Offizieren mit jakobitischer Vergangenheit, denen er begegnet, wo immer sie zwischen 1740 und 1770 in Diensten oder unter dem Schutz europäischer Könige stehen.

Mit der Geigerin und Bratschistin Johanna Wildhack spielt Quest 250 Jahre alte schottische Melodien, die z. T. nach diesen historischen Persönlichkeiten benannt worden sind und erzählt kleine Auszüge aus den turbulenten Lebenswegen dieser Glücksritter.

Es handelt sich um Musikstücke, die nicht später, in der Romantik, ÜBER diese Epoche geschrieben worden sind, sondern um Original-Melodien AUS dieser Epoche.

Nicht nur das Instrumentarium, sondern auch die Ausstattung der Musiker ist historischen Originalen genau nachgebildet: historische Lebenswelten werden mit allen Sinnen erlebbar!

 

Mit etwas Glück besucht an diesem Abend, um ein Guinnesszu trinken oder einen der zahlreichen schottischen und Irischen Whisk(e)ys zu probieren, der eine oder andere „wiederauferstandene“ (Highland-) Soldat oder Zivilist aus der Zeit des 7-jährigen Krieges den Celtic & Culture Pub der Keltenfreunde im Dorftreff in Butzbach-Griedel und verwandelt diesen in ein „Museum zum Anfassen“.

Der Eintritt ist, wie gewohnt bei den Kulturveranstaltungen des Keltenfreunde e.V. frei! Spenden sind natürlich herzlich willkommen.

 

 

 


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